Putzier: Pflegende Angehörige brauchen mehr als Dank
Zum Europäischen Tag der pflegenden Angehörigen und mitten in der niedersächsischen Woche der pflegenden Angehörigen (5. bis 11. Oktober) richtet der Uelzener Landtagsabgeordnete Jan Henner Putzier den Blick auf die Menschen, die den größten Teil der Pflege in unserem Land leisten: Angehörige, Partnerinnen und Partner, Kinder, Nachbarn.
In Niedersachsen werden mehr als 86 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause von Angehörigen und Zugehörigen versorgt. Das ist unbezahlt und meist unsichtbar. Über eine Million Menschen im Land tragen Pflegeverantwortung, oft neben Beruf und Familie.
„Pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst, den wir haben. Ohne sie würde unser Pflegesystem in kürzester Zeit zusammenbrechen“, sagt Putzier. „Deshalb reicht ein Dankeschön einmal im Jahr nicht. Wer so viel trägt, braucht verlässliche Unterstützung.“
Putzier sieht vor allem den Bund in der Pflicht:
- Finanzielle Absicherung: „Wer für die Pflege eines Angehörigen beruflich kürzertritt, darf dadurch nicht in finanzielle Not geraten. Pflege und Beruf müssen besser zusammenpassen, und dafür braucht es eine verlässliche finanzielle Unterstützung.“
- Soziale Absicherung: „Pflege darf kein Armutsrisiko sein, weder heute noch im Alter. Wer sich um Angehörige kümmert, muss sozial gut abgesichert sein.“
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Einfacher Zugang: „Unterstützung muss bei den Familien ankommen. Leistungen müssen einfacher, flexibler und verständlicher werden, damit niemand aus Überforderung auf Hilfe verzichtet.“
Auch vor Ort sieht Putzier Handlungsbedarf: „Im Landkreis Uelzen wollen wir genauer wissen, wo Kurzzeit- und Tagespflegeplätze fehlen, und die Pflegeberatung stärker in die Samtgemeinden bringen. Gute Pflege entscheidet sich in einem Flächenlandkreis wie unserem direkt vor der Haustür.“
„Mein Appell an alle, die zu Hause pflegen: Holt euch Unterstützung, bevor die Kraft ausgeht“, so Putzier. „Der Pflegestützpunkt des Landkreises berät kostenlos und unabhängig.“